Verena Nusz

Verena Nusz gehört zu den Künstlern die die Art & Language-Strömung seit den Anfängen mitgeprägt haben. Mit ihrer Vorstellung eines Kunstwerkes steht sie Joseph Kosuth recht nahe, und das schon seit ihren ersten Kreationen. Von Beginn an betrachtet sie Kunst und Sprache als zwei intrinsisch miteinander verbundene Konzepte. Zumindest kommt die Kunst nur durch die Sprache zum Vorschein. Das Werk wir nur durch theoretische Aufarbeitung zu einem Kunstwerk. Der Diskurs über die künstlerische Vorgehensweise gibt dem Objekt Sinn und verändert es grundlegend in seiner Natur.

Allgemeiner betrachtet, übersetzt die Verankerung des Objekts im Diskurs die Welt, in der es geschaffen wurde und die immer eine Momentaufnahme ist; die Welt, die nach dem künstlerischen Akt nicht mehr die gleiche ist. Die Kreation ist abhängig vom Austausch. Ergebnis eines im Leben verankerten Aktes, verändert sie im Gegenzug den Lauf des Lebens.

Aus einem bestimmten Blickwiekel betrachtet, steht die Herangehensweise von Verena Nusz der phänomenologischen Betrachtung von Kunst und unserer Verankerung im Leben nahe. Dieser Betrachtung nach, wird das Subjet immer begriffen als verankert in einer Welt, im Bezug auf welche es sich kontinuierlich einordnet.

Die Welt ist weit davon entfernt einfach nur Objekt von Vermutungen, von Analysen einer objektivierenden Subjektivität, zu sein – die Welt wird als die Quelle aller Gedanken betrachtet. Die Gesamtheit des erzeugten Sinns ergibt sich aus meinem persönlichen Auf-der-Welt-Sein.

Das zentrale Konzept dieser phänomenologischen Betrachtungsweise ist das des Ausdrucks. Dieser repräsentiert die Zusammengehörigkeit des Sinns und des Empfindens. Zum Menschsein gehört es, sich dem definitionsgemäß speziellen Ausdruck hinzugeben, und das über jede künstlerische Unternehmung hinweg.

Dieser phänomenologischen Betrachtung nach, ist der Begriff Stil besonders wichtig. Der Stil untermauert seit jeher unsere Beziehung zur Welt und die Bedeutung die wir ihr geben. Diese grundlegende Dimension der Existenz im Allgemeinen, der Stil, kommt durch den Schaffensprozess noch mehr zum Ausdruck. Der Stil begleitet die Arbeit des Künstlers. Der Sinn eines Werkes wird durch sein Entstehen deutlich. Ein Werk entsteht nicht, indem auf eine originalgetreue Nachbildung eines Ideals geachtet wird. Im Gegenteil, alles liegt in dieser einen Geste; in der speziellen Art und Weise Wörter zu einem vollwertigen Kunstwerk anzuordnen.

Übrigens definiert, Nusz zufolge, jedes neue Kunstwerk das Konzept der Kunst neu. Die Begriffe, die zur Beschreibung des entstehenden Werkes benutzt werden, definieren gleichzeitig das neu, was unter Kunst verstanden wird. Kunst und Sprache sind untrennbar miteinander verbunden und definieren sich gegenseitig immer dann, wenn ein neues Kunstwerk entsteht.

Im Jahr 1972 entwarf Nusz eine Reihe von 38 Schildern, die den Kern ihrer Gedanken zum Ausdruck bringen. Diesen Schildern liegt eine Betrachtung über die Sprache zu Grunde, die in einen besonderen und bedeutenden Umgang mit Farbe mündet. (siehe Foto)

Verena Nusz - Nothing Variation N°5

Verena Nusz – Nothing Variation N°5

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